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Akademische Lehrpraxis der medizinischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen
Akademische Forschungspraxis der medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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vorbeugende Maßnahmen

letzte Änderung 12.02.2018

FLUGREISEN
                   
Derjenige der ins Flugzeug steigen kann, darf mitfliegen. Für einen bestimmten Personenkreis mit bestimmten Erkrankungen können Fernreisen mit dem Flugzeug gefährlich werden.
Ratschläge :

Beim Start und bei der Landung muss die Druckdifferenz im Ohr ausgeglichen werden. Schlucken oder Gähnen. Dies funktioniert nicht bei Schnupfen wegen der geschwollenen Nasenschleimhaut (schlecht ist eine bestehende Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung). In diesem Fall müssen Sie mit dem Auftreten von starken Ohrenschmerzen rechnen. Im Extremfall kann das Trommelfell platzen oder es kann zu Blutungen im Mittelohr kommen. Um dem vorzubeugen können Sie 20 Minuten vor dem Start und 30 Minuten vor der Landung ein abschwellendes Nasenspray verwenden.
Auf einem Langstreckenflug kann es für Patienten mit ausgeprägten Krampfadern oder für übergewichtige Frauen, die rauchen und die Pille einnehmen, gefährlich werden. Sie könnten eine tiefe Beinvenenthrombose
bekommen und davon eine Lungenembolie, welche tödlich enden kann. Diese Personen sollten während des Fluges Kompressionsstrümpfe tragen, öfters aufstehen und im Flugzeug umhergehen, keine Schlaf- oder Beruhigungsmittel einnehmen, da man sich noch weniger bewegt. Trinken Sie viel. Eine weitere Möglichkeit besteht in der vorsorglichen Injektion einer Anti-Thrombosespritze, welche einfach durchzuführen ist und die sich jeder  injizieren kann.
Im Flugzeug beträgt die Luftfeuchtigkeit maximal 10 %, wie in der Wüste. Sie sollten jede Stunde ein Glas Flüssigkeit zu sich nehmen. Zu bevorzugen sind Mineralwasser und Fruchtsäfte.

REISEDURCHFALL         
Montezumas Rache                               

Die allgemeine Regel lautet: " Cook it, peel it, boil it or forget it ! "

Was soviel heisst wie: " Koche es, schäle es, erhitze es oder vergiss es ! "


Wer in fremde Länder reist, auch in das südliche Europa, sollte dringend folgende Regeln beachten, da ihn Montezumas Rache zwangsläufig erwischen wird :

  • Keine Verpflegung bei Straßenhändlern kaufen.

  • Grundsätzlicher Verzicht auf den Genuss roher Lebensmittel tierischer Herkunft ( Milch, Rahm, Eier, Fleisch, Meerestiere, Austern) eine Regel, die mit wenigen Ausnahmen auch auf Länder mit hohem Hygienestandard übertragbar ist.

  • Verzicht auf flüchtig erhitztes Fleisch und Geflügelfleisch (Salmonellen).

  • Verzicht auf leicht verderbliche Zubereitungen (Mayonnaise, Speiseeis, Schlagrahm, Cremes, Patisseriewaren mit cremehaltigen Füllungen, kalte Saucen).

  • Kein Eis in Getränke! Bedenkenlos sind Markengetränke, z.B. Mineralwasser in Originalflaschen und alle heiß zubereiteten Getränke wie Kaffee oder Tee. Abzukochen ist Leitungswasser oder Wasser aus Flüssen oder Seen bei Reisen in unerschlossene Gebiete. Besteht keine Kochgelegenheit ist eine chemische Reinigung oder der Einsatz eines geprüften Filtrationsgerätes vorzunehmen.

  • Auf kalte Fleischwaren (Wurst) sowie Frisch- und Weichkäse verzichten.

  • Kein Verzehr von Speisen, welche geruchlich oder geschmacklich einen zweifelhaften Eindruck machen.

  • unbedenklich sind gekochte oder heiß servierte Speisen.

  • unbedenklich sind Früchte, die sich schälen lassen sowie frischgepresste saure Fruchtsäfte.


Fragen Sie uns, wenn Sie sich eine geeignete Reiseapotheke zusammenstellen wollen oder weitere medizinische Informationen benötigen.

MALARIA
                                       
Bei Fernreisen bzw. Reisen in tropische oder subtropische Regionen müssen Sie vorher abklären, ob Sie sich in ein Gebiet begeben, wo die Malaria
vorkommt. Die Malariaverbreitung auf der Erde ist im Fluss und die Resistenz der Malariaerreger gegenüber den wirksamen Chemotherapeutika ist ebenso einem ständigen Wandel unterworfen. Da nicht jede Therapie gegen jeden Malariaerreger wirksam ist, empfehlen wir Ihnen sich darüber informieren zu lassen. Weltweit erkranken pro Jahr 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria und 1 Million Menschen sterben an dieser Erkrankung jährlich weltweit. In Deutschland wurden in den letzten Jahren im Durchschnitt ca. 1000 Malariafälle pro Jahr gemeldet. Eine Malaria-Vorbeugung läßt sich sowohl durch den Schutz vor Moskitostichen und durch vorbeugende Einnahme von Antimalariamitteln erreichen. Eine wirksame Impfung gegen Malaria steht derzeit noch nicht zur Verfügung!

Bei der Rückkehr aus einem entsprechenden Urlaubsland ist in den ersten Monaten bei jedem auftretenden Fieber ein Arzt aufzusuchen, um eine Malaria-Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Malaria kann bis zu zwei Jahre nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet auftreten. Wir geben Ihnen Tipps zur Vorbeugung und sagen Ihnen, welche Malariatypen an Ihrem Urlaubsort vorkommen und wie Sie vorbeugen. Wir geben Ihnen Adressen deutsch sprechender Ärzte an Ihrem Urlaubsort, weltweit, zur Hand, wo Sie sich im medizinischen Notfall beraten und behandeln lassen können.
Wir wünschen Ihnen einen gesunden und erholsamen Urlaub.

REISEKRANKHEIT

Warum entsteht die "Reisekrankheit
" oder die "Seekrankheit" ?
In unserem Organismus befinden sich zwei Systeme, die dafür sorgen, dass wir uns sicher und schwindelfrei im Raum bewegen können. Hierbei handelt es sich um das visuelle System (Orientierung erfolgt über die Augen) und das vestibuläre System (Orientierung erfolgt über das Gleichgewichtsorgan im Innenohr). Das visuelle System arbeitet vor allem bei langsamen Bewegungen gut, das vestibuläre System bei schnellen Bewegungsänderungen.
Beispiel: Ursache für die Seekrankheit bei ruhigem Seegang ist, dass das Vestibulärsystem auf die langsamen Wellenbewegungen nicht mehr reagiert und dem Gehirn meldet "alles in Ordnung, Umgebung befindet sich in Ruhestellung". Das visuelle System stellt   klar die Bewegung des Horizontes fest. Der schlechte Informationsaustausch der beiden Systeme bedingt die Seekrankheit.
Konsequenz: Ausgiebig Bewegung. Im Bus, Zug oder auf dem Schiff den Kopf schütteln, herumspringen. Bei Passfahrten mit in die Kurven legen. Im Zug, Bus oder Auto aus dem Fenster schauen, nicht lesen.

REISEAPOTHEKE

Bei Durchfall

   Kohle-Compretten : als erstes versuchen ( 6 - 8 Tabletten pro Tag )
   Loperamid (z.B. Imodium) bei starkem, durch Kohle nicht zu stoppendem Durchfall ohne Blut
   Buscopan-Zäpfchen oder Buscopan-Dragees bei Darmkrämpfen.

Bei Schmerzen und Fieber

   Paracetamol 500 mg Tabletten oder
   Acetylsalicylsäure 500 mg Tabletten ( ASS 500 )
   Ibuprofen 400 oder 600 mg Tabletten

Mückenschutz

   Moskitonetz
   Autan zum Einreiben
   Tavegil-Gel oder Fenistil-Gel oder Systral-Salbe

Bei Verletzungen

   Heparin-Gel
   Bepanthen-Salbe
   Betaisodona-Salbe
   Pflaster, elastische Binden, Verbandsmaterial, Brandwundenpäckchen, 1 Dreiecktuch

Sonstiges
   Ohrentropfen, z.B. Otobacid
   Augentropfen, z.B. Biciron
   Nasentropfen ( Flug )

Info


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